Bürgerinitiative "Gesamtschule für Mettmann"
Für eine zukunftsgerechte und nachfrageorientierte Schullandschaft in Mettmann.

Unsere Ziele: Das haben wir vor ...

Wir fordern eine Gesamtschule für Mettmann!

Das bisherige System des dreigliedrigen Schulsystems in Mettmann ist ausgelaufen. Die Hauptschule hat im Sommer 2018 die Türen geschlossen. Es besteht die Überlegung einzelner Fraktionen, die Realschule um einen Hauptschulzweig zu erweitern. Die Befürworter verweisen dazu auf die rechtliche Grundlage des §132c Schulgesetz. Diese rechtliche Grundlage war jedoch konzipiert für ländliche und weniger dicht besiedelte Räume. Nun wird dieses System für die Stadt Mettmann, welche die Funktion einer Kreisstadt und eines Mittelzentrums einnimmt, diskutiert.

Wir sehen in dieser Variante eine rückwärtsgewandte Lösung. Die Rezepte von gestern lösen nicht die Probleme von heute und morgen. Der zwanghafte Versuch das „alte System“ beizubehalten, so wenig wie möglich „anzuecken“, aber auch nur das kurzfristig Nötigste zu tun. Sicherlich stellt sich in der Praxis die Frage, wie die Realschule die Aufnahme eines Hauptschulzweiges stemmen, wie sich das Problem der überlasteten Gymnasien lösen lässt und wie der hohe Anteil an Schulauspendlern in benachbarte überlastete Städte zurück nach Mettmann kommen soll.

Wir fordern eine Überführung der Realschule in eine moderne Gesamschule in Mettmann spätestens zum Schuljahr 2020/2021 bei gleichzeitiger Verbesserung der Lern- und Lehrsituation an den Mettmanner Gymnasien. Eine Gesamtschule fördert das Miteinander, übergreifendes Lernen, individuell-gefördertes Lernen und – eine Gesamtschule ist eine Schule für Alle!

Wir fordern die Berücksichtigung des Elternwillens!

Im Jahr 2016 hat die Stadtschulpflegschaft in Mettmann eine Elternbefragung durchgeführt. Ergebnis dieser Befragung war, dass 72 % der Eltern für eine Gesamtschule gestimmt haben. Daher fordern wir, dass der deutlich erkennbare Elternwille bei der Schulentwicklungsplanung jetzt ernst genommen wird. Nach § 80 des Schulgesetzes NRW ist bereits aus rechtlicher Sicht „das ermittelte Schulwahlverhalten der Eltern“ bei der Aufstellung der Schulentwicklungsplanung zu berücksichtigen. Der aktuelle Schulentwicklungsplan endet mit dem Schuljahr 2018/2019. Derzeit wird ein neuer Schulentwicklungsplan für den Zeitraum ab dem Schuljahr 2019/2020 aufgestellt, daher ist jetzt die Zeit der Entscheidungen und des Handels.

Bei der Elternbefragung wurde die Gesamtschule mit dem Erhalt beider Gymnasien und einem Übergang der Realschule zu einer Gesamtschule gewählt. Für uns stellt diese Variante die beste Lösung für die zukünftige Schullandschaft in Mettmann dar.

Der Elternwille für eine Gesamtschule besteht noch immer! Der Wechsel von G8 zu G9 ändert daran, gegenüber der Auffassung einzelner Fraktionen, grundsätzlich nichts. Eine Gesamtschule ist mehr als ein G9-System mit überwiegender Ganztagsbeschulung. Sie errmöglicht mehr Durchlässigkeit zwischen den Schulformen, individuellere Förderung, verringert Auspendelei, Entlastet die überlasteten Gymnasien und bietet ihnen eine klare Perspektive mit einem an die vorhandenen Kapazitäten angepassten Bedarf zu planen.

Die aktuelle Umfrage hat gezeigt, dass von den 853 Teilnehmern, die sich an einer Taeglich.ME-Umfrage auf Facebook in der Zeit vom 03.08. bis 10.08. beteiligt haben, sich 608 für die Einrichtung einer Gesamtschule aussprechen – selbst wenn dafür eine der bestehenden Schulen (eines der Gymnasien oder die Realschule) geschlossen werden muss. Das entspricht 71%. Das unterstreicht nochmal das Ergebnis der Elternbefragung aus dem Jahr 2016.

Ja, der Umbau der Realschule in eine Gesamtschule und die Sanierung der beiden Gymnasien erfordern hohe Investitionen. Nur ist der Investitionsstau auch ohne eine Gesamtschule sehr hoch und würde überJahre gestreckt anfallen und zumindest teilweise vertagt werden. Bildung ist unser Kapital und daran darf nicht länger gespart werden! Jetzt ist der Zeitpunkt für richtige und zukunftsorientierte Entscheidungen. Falsche Investitionen Kosten am Ende deutlich mehr. Und dies sind Kosten zu Lasten des Haushaltes, unserer Kinder und unserer Gesellschaft!

Wir fordern eine nachfrageorientierte Schullandschaft!

In den vergangenen beiden Jahren ist in Mettmann im Schnitt jedes vierte Kind auf eine weiterführende Schule in Nachbarstädten gegangen. Das ist eine erschreckend hohe Quote und zeigt auf, dass das schulische Angebot in Mettmann nicht ausreichend ist. Dies wurde auch durch die Gutachter des Büros Dr. Garbe & Lexis, welche im Schulausschuss am 17.05.2018 die Schülerzahlprognose und einer Raumanalyse vorgestellt haben, sehr deutlich. Die Gutachterin kann zitiert werden: „So kann es nicht weitergehen“. Bei den Anmeldezahlen für die auspendelnden Kinder ist die am stärksten nachgefragte Schule die Gesamtschule (Schuljahr 2017/ 18 Gesamtschule Heiligenhaus, Schuljahr 2018/ 19 Gesamtschule Haan). Es gilt, nicht nur Lösungen für wenige Jahre anzubieten, sondern langfristig ein tragfähiges, demografiefestes Schulangebot zu entwickeln und gleichzeitig auch den Elternwillen mit einzubeziehen.

Es ist schon schlimm genug, dass die Eltern mangels Angebot in der eigenen Stadt den Zusatzaufwand in Kauf nehmen, das Kind auf eine Schule in den benachbarten Städten zu schicken. Zum Schuljahr 2018/19 werden in den Gesamtschulen der umliegenden Städte Mettmanner Schülerinnen und Schüler aufgrund des hohen eigenen Bedarfs abgelehnt. Den umliegenden Städten kann dies nicht zum Vorwurf gemacht werden, schließlich sind die Nachbarstädte nicht dafür verantwortlich, das in Mettmann erzeugte Defizit zu decken und Schulentwicklungsplanung für die Kreisstadt zu betreiben.

Die Stadt Mettmann hat die Aufgabe eine nachfrageorientierte Schullandschaft zu schaffen!

Wir fordern Chancengleichheit für die Kinder!

In Deutschland ist die Bildungsperspektive der Kinder in erster Linie vom sozialen Status und dem Bildungshintergrund der Eltern abhängig. Das dreigliedrige Schulsystem bedient und fördert dieses Klassensystem in Deutschland. Gerade hier kann eine Gesamtschule die Basis für gemeinsames Lernen, eine soziale Durchmischung und eine Chancengleichheit für alle Kinder, unabhängig vom Bildungsstand und vom finanziellen Hintergrund der Eltern sowie unabhängig vom Migrationshintergrund darstellen.   

Wir fordern weniger Druck für die Kinder!

Bereits in der Grundschule wird verstärkt Druck auf die Kinder ausgeübt, um möglichst gute Noten und möglichst gute schulische Perspektiven zu erzielen. Die Motivation dabei ist, das die Eignungsprognose eine gymnasiale Empfehlung ergibt. Auch wenn diese nicht vorliegt, wird dennoch häufig ein gymnasialer Weg eingeschlagen, mit teilweise negativen Konsequenzen.

Die Entwicklung der Schülerzahlen an den Mettmanner Gymnasien und der Realschule ab dem Schuljahr 2009/2010 zeigt auf, dass zum Schuljahr 2016/2017 über 30 % der Schülerinnen und Schüler die Schulform verlassen haben, d.h. abgeschult wurden. In der Mettmanner Realschule stiegen dagegen die Schülerzahlen ab dem Schuljahr 2009/2010 bis 2014/2015 um 26 % für die gleichen Klassenzüge. Dies ist überwiegend auf Abgänge vom Gymnasium zur Realschule zu begründen.

Die vorgenannten Zahlen zeigen, dass die Wechselquoten vom Gymnasium zur Realschule recht hoch sind. Ob eine Eignungsprognose in der Grundschule überhaupt ausreicht, die richtige Schulform zu finden, kann grundsätzlich hinterfragt werden. Erkennbar ist jedoch, dass einige Kinder überfordert werden und dann wieder einem enormen Druck ausgesetzt werden, denn fast 1/3 der Schülerinnen un Schüler müssen die Gymnasien wieder verlassen. Druck und Angst erschwert das Lernen und das Leben der Kinder.

Wir fordern eine alternative Form der Schullandschaft, in der der Druck für die Kinder reduziert wird.